1.Neuauflage

Aktual. 6.6. 10

 

Die Sibyllengegenhöhle

Der Herzogbrunnen

Die Burganlage

Drachensaison

Vermutlicher Erbauer der Burg Teck

Geheimnisvolle Spuren am Teckberg

Das englische Königshaus und die Teck

Flugzeugabsturz am Teckberg

 

Die Sibyllengegenhöhle !

Wer kennt die Frage seiner Kinder nicht wenn man an dem markanten Loch unterhalb der Burgmauern vorbeikommt.

"Mama. Papa ist das ein Gefängnis ?" Wer von den Erwachsenen kennt die Antwort auf die Frage?

Das ist die Sibyllengegenhöhle. Dieses Loch wurde 1937 entdeckt als der Kirchheimer Verschönerungsverein ,damalige Besitzer der Burg Teck, den Weg zur Teck neu baute.

Diese 24 Meter lange Höhle ist durch einen 4 Meter hohen Versturz zur Sibyllenhöhle getrennt. Nachdem der Heimatforscher Otto Lau die Höhle 1937 teilweise ausgeräumt hat, stellte sich heraus dass sie sich hervorragend dazu eignet die geplanten Wasserleitungen die vom Melkersteich auf der Bissinger Seite auf die Burg heraufführen sollte zu benutzen.

In verschiedenen Schriften steht geschrieben dass die Gegenhöhle 1977 genauer erforscht wurde. Es wurde aber nicht erwähnt was die Suche ergab.

 

Der Herzogsbrunnen !

Schon halb in Vergessenheit geraten, ist der Herzogsbrunnen auf dem Teckberg. Abseits von dem eigentlichen Wanderweg ist der Herzogsbrunnen an einer Idyllischen Stelle am Teckberg gelegen.

Wen wundert es auch, daß der Brunnen, den man am 27.Mai 1972 nach etlichen hundert Jahren aus dem Dornröschenschlaf auferweckt hat, bei einer Teckwanderung  ganz außer acht lässt.

Die Burg Teck so kurz vor Augen möchte man den Wanderweg nicht mehr verlassen, um den Ausblick auf der Teck zu genießen.

Macht man sich aber die Mühe in der scharfen Kehre einmal vom Hauptwanderweg Richtung Süden zu laufen kommt man an einem kleinen Steinbruch vorbei, dem nachgesagt wird dass man dort die ersten Steine zum Teckbau verwendet hat. Nach wenigen Metern kommt man an   einem kleinen Hinweisschild mit der Aufschrift “Herzogsbrünnele“ an. Geht man noch wenige Meter auf einem kleinen Trampelpfad in die angezeigte Richtung, wird man mit einem fabelhaften Ausblick auf die Eichhalde Richtung  Bissingen belohnt.

 Der Herzogsbrunnen selber wurde in der Urnenfelderzeit um 1000 v.Chr. schon als Viehtränke benutzt. Die Quelle wurde wieder Interessant als 1540 die Lauter extrem Niedrigwasser führte, durch sie wurde sichergestellt, daß die Tiere Ihren täglichen Wasserverbrauch auch bekamen. 

 

 

Die Burganlage

Tritt man in den Burgraum ein, so fällt im Vergleich mit anderen Burgen die verhältnismäßig große Grundfläche ins Auge. Dieser erste Eindruck täuscht nicht, denn der innere Bereich der mittelalterlichen Burg umfasst in der Länge 105 und in der Breite 40 Meter. 

Hingegen ist der auf den Betrachter wirkende wehrhafte Charakter der Burg nicht zutreffend, denn die Stärke der Türme und Mauern ist nur durchschnittlich. 

Welche von den erhaltenen Teilen der Burganlage welchem Jahrhundert zuzurechnen sind, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Sicher erscheint jedenfalls, dass von der mittelalterlichen Kernburg alles abgetragen worden und heute nicht mehr sichtbar ist. Burggeschichtliche Rekonstruktionen gehen davon aus, dass der Ringmauerzug der südöstlichen Langseite vom Rechteckvorbau bis zum Rundturm romanischen Ursprungs sein dürfte. Damit gehört dieser Bereich zu den ältesten Teilen der Burg. Schwer zu bestimmen ist die Entstehungszeit der nordwestlichen Mauerseite. Da die Türme dieser Partie im Wesentlichen mit dem vermutlich im 14. oder 15. Jahrhundert vorgebauten Südturm im Baustil übereinstimmen, könnte man sie der gotischen Bauepoche zurechnen. Im 15. Jahrhundert bestand die Burganlage aus fünf Rundtürmen und einem Rechteckturm.

Eine weitere Phase in der Baugeschichte der Teck ist der unvollendet gebliebene Ausbau der Burg zu einer Festung großen Stils 1736/37. Die Pläne sahen vor, den gesamten Höhenzug der Teck zu befestigen. Auch innerhalb der Burg waren wichtige Veränderungen vorgesehen: Errichtung zweier Kasernen im Nordwesten und Südosten, Bau eines Kommandantenhauses mit Wachthaus im Osten, sowie Erhöhung der Ringmauer um rund 1,50 Meter.

Drei Entwicklungen lassen sich nachvollziehen:

1. Romanischer Ursprung (Ringmauer der südöstlichen Langseite vom Rechteckvorbau bis zum Rundturm und Gewölbe des Wirtschaftsgebäudes)

2. Gotischer Ursprung (südlicher Rundturm, nordwestliche Langseite mit Türmen)

3. Geplanter Festungsbau 1736/37.

Heute fallen dem Besucher der Burg Teck in erster Linie die Gebäude des 20. Jahrhunderts ins Auge: das Wanderheim des Schwäbischen Albvereins mit der Mörikehalle und dem Aussichtsturm. Von der alten Burganlage ist dagegen nicht mehr viel zu sehen. Erhalten blieben lediglich Teile der äußeren Mauer — vermutlich die alte Zwingermauer — sowie Reste der Rundtürme und des Rechteckturms.

 

 

Drachensaison !

Sehr beliebt auf dem Teckberg ist das Drachensteigenlassen. Wenn auch im Tal ein laues Lüftchen weht geht auf dem Teckberg immer ein Wind. Für dieses Vergnügen wurden einfache Regeln aufgestellt um die besonderen Pflanzen zu Schützen. 

Hier die wichtigsten Regeln

Die Drachensaison ist vom 15.September  bis zum 28.Februar

Die Drachenschnur darf nicht länger als 100 Meter sein.  Somit wird gewährleistet dass es zu keinen Konflikten mit Segelfliegern kommt. Die Oberfläche des Drachen darf aber nicht größer als 1,5 qm sein.

Damit das Drachensteigen ein Erfolg wird, sind die richtige Windgeschwindigkeit für die meisten Modelle 10 bis 25 Kilometer in der Stunde, diese Geschwindigkeit ist bei einem Herbstwetter aber auf dem Teckberg leicht erreicht. Ein häufiger Fehler beim Drachenstart ist eine viel zu kurze Leine, da nützt dann meistens auch das hektische Laufen nichts.

 Wenn man aber die Möglichkeit hat seine Leine ganz abzuwickeln sollt man darauf achten das die Drachenschnur auf der Schnurrolle befestigt ist denn so mancher Drachen hat sich auf diese weise schon verabschiedet.

An Samstagen sowie Sonn-. und Feiertagen kann es sein dass der Flugbetrieb von Drachen und Flugmodellen durch einen Flugleiter Koordiniert wird.

 

Vermutlicher Erbauer der Burg Teck !

 

Die Heimatforscher Christoph Bizer und Rolf Götz haben in der neuen SCHRIFTENREIHE DES STADTARCHIVS BAND 31 neue Erkenntnisse über den Erbauer der Burg Teck veröffentlicht.

Ursprünglich wurde vermutet dass der Gründer der Burg Teck der Vater Bertholds ,der Zähringerherzog Konrad, ein Enkel des 1078 auf der Limburg verstorbenen Herzogs Bertholts I war.

Zur Frage, was die Zähringer zur Gründung der Burg Teck zu dieser Zeit bewogen hat, gibt es noch keine überzeugende Erklärung .Denn nach der Eroberung des Breisgaus 1079 durch Herzog Berthold II (ges.1111)verlagerte sich der Besitz- und vor allem der Interessenschwerpunkt des Geschlechts in dieses Gebiet. Das Hauskloster Sankt Peter wurde 1093 in den Schwarzwald verlegt, das wirkte sich auch auf die Benennung der Burg Zähringen 1100 nieder. Zwar wurde Herzog Bertholds I. ältester Sohn Hermann I noch nach der Limburg benannt, und auch sein Sohn Hermann II , der Gründer der Badischen Linie der Zähringer, nannte sich zunächst nach der Limburg, von 1112 an aber nach dem neu erworbenen Besitz  "von Baden".

In dem sehr umfangreichen archäologischen Fundgut der Burg Teck gibt es viele Hinweise, die auf eine Entstehung der Burg Teck vor 1100 schließen läst. Ein Neufund erbrachte mit einem eindeutigen Randstück der früheren Keramikstücke eine Bestärkung dieser Hinweise. Trotz allem gibt es von den entsprechende Fundstücken nicht genug, um daraus die Bauzeit der Burg Teck vor 1100 datieren zu können, aber es gibt doch zu viele um sie einfach zu ignorieren.

Denn sie verweisen auf die Möglichkeit einer Gründung der Teck durch Graf Burkhard von Nellenburg (ges 1101 / 02) . Graf von Nellenburg brauchte eine neue Burg als Ersatz für seine im Investiturstreit (1077/78) zerstörte Thietpoldispurch. Bei einer mit dem Nellenburger Erbe 1102 an die Zähringer gekommene Burg Teck wäre das geringe Interesse der Zähringer an einer weiteren Burg noch dazu im Randbezirks ihres Therythoriums erklärbar, und lässt die Verpfändung der Teck 1152 in neuem Licht erscheinen.

 

Geheimnisvolle Spuren !

Wenn man von Beuren bzw. Tiefenbachtal nach Owen kommt, hat sich sicher so mancher schon über eine seltsame Spur die vom Bölle direkt auf den Teckberg führt gewundert.

   

Diese Spur ist noch aus den Vorkriegsjahren, dort wurden Segelflugzeuge, denen man vorher die Flügel abmontiert hat, mit Motorwinden auf zwei Schienenbahnen hinaufgezogen und mit Gummiseilen über den Teckwald hinauskatapultiert. 

Auf dem Parkplatz Bölle sieht man noch Reste des Fundaments der Startrampe. 

 

Diese Spur führt in direkter Linie bis zu der Albhochfläche der Teck 

 

Wo sie oben ankommt

 Durch die besondere Thermik die es auch heute noch beim Teckberg gibt, ist der Berg damals wie heute  ein lohnendes Ziel für Segelflieger.  

 

 

Die Burg Teck

und das Englische Königshaus

Viele Besucher der Burg Teck sind erstaunt wenn Sie auf der Ahnentafel die auf der Teck im Gebäude ausgehängt  lesen, dass die Burg zum Englischen Königshaus gehört.

Das ist folgendermaßen zu erklären.

1495 wurde Eberhart I. ein Sohn von Graf Ludwig I. und dessen Gemahlin Mechthild geborene Pfalzgräfin bei Rhein, vom Kaiser Maximilian in den Herzogsstand erhoben, nachdem es ihm gelang im Dezember 1482 die zwei Landesteile Württemberg-Urach und Württemberg-Stuttgart wiederzuvereinigen. 

Er erhielt deshalb als Dank dafür den Titel Herzog von Teck.

Mary von Teck besuchte zwei mal in Ihrem Leben die Burg Teck. In einem alten Gästebuch der Teck hat sie sich sogar am 9.Juni 1892 eingetragen als sie dort einen Besuch mit ihren Eltern machte. 

Durch die Heirat von Mary von Teck und George V. im Juni 1893 kam der Titel an das Haus Sachsen-Coburg und Gotha das seit dem 1.Weltkrieg wegen der ungewollten deutschen Schreibweise den Namen Windsor trägt.

 

Zur Zeit gibt es nur noch eine rechtmäßige Trägerin des Titels Herzogin von Teck es ist die Englische Königin von England Elisabeth II. die den Titel allerdings nicht offiziell im Namen führt.

 

Flugzeugabsturz am Gelben Fels!

 In der Nacht vom 10. Juni auf den 11. Juni 1955 spielte sich ein furchtbares Drama am Teckberg ab.

400 Meter vom Gelben Fels in Richtung Sattelbogen stürzte ein  4-motoriger Bomber aus ungeklärter Ursache ab.

Daten des B-29 Bombers

Erstflug dieser Baureihe

21.09.1942

Fluggeschwindigkeit

576 Km/h

Spannweite 43,05 meter
Länge 30,18 meter
Höhe 9,02 meter

Gesamtproduktion

4000 Stck.

Laut Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte startete der B-29 Superfortress  zu einem nächtlichen Übungsflug in Molesworth England. Die „Superfestung“ wie der Bomber im Volksmund noch genannt wurde, wollte in Echterdingen landen. Diese Landegenehmigung wurde dem Piloten nicht bewilligt weil es einen sehr dichten Bodennebel auf dem Flughafen gab. Im wurde befohlen, dass er in 1500 Meter Höhe nach Fürstenfeldbruck bei München weiterfliegen soll. Dort war nämlich der nächste Flughafen der amerikanischen Streitkräften.

Gegen 23.30 Uhr erhielt die Landespolizei, von einem Bahnbeamten der etwas beobachtet hatte, den ersten Notruf.

Mit zwei Einheiten suchte die Polizei die Gegend ab. Die erste Einheit suchte auf der Lenninger Seite, und die zweite auf der Bissinger Seite Richtung Ochsenwang, Diepolsburg.

Kurz nach 2.00 Uhr sah ein Suchtrupp eine hohe Stichflamme in Richtung Gelber Fels. Danach gab es immer wieder heftige Explosionen. Durch diese Explosionen konnte man den Unglücksort genauer lokalisieren. Danach wurden die Feuerwehren von Owen, Lenningen und Kirchheim alarmiert. Durch die tagelangen starken Regenfälle war jedoch ein Eingreifen der Löschmannschaften nicht mehr nötig. Die traurige Pflicht der Rettungsmannschaften war es, alle 10 toten Besatzungsmitglieder zu bergen. Als es klar war dass es eine amerikanische Militärmaschine war, wurde das Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte auch noch informiert. Als erster amerikanischer Offizier war ein Geistlicher angereist er war gegen 6.00 Uhr zusammen mit einem Captain aus Fürstenfeldbruck an der Unglücksstelle. Der damalige Landrat Dr.Schaude war auch am Ort des Geschehens.

Durch die amerikanische Militärpolizei wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt. Der Abtransport der Wrackteile, wurde durch die amerikanischen Streitkräfte organisiert. Militärlastwagen wurden an einer Schutzhütte oberhalb des Sattelbogens an der Pfaffenkanzel beladen und die Teile abtransportiert.

 In der Samstagsausgabe des Teckboten am 11.Juni 2005 wurde das Drama um den schwersten Flugzeugabsturz nach dem 2.Weltkrieg noch einmal dokumentiert. Dort wurden Manfred Maier und Albrecht Raichle, die als einer der ersten Zivilisten an der Unglücksstelle eintrafen interviewt. Nach Ihren Erzählungen wurde das Flugzeug gesichtet als es alle Positionslampen und die Bugbeleuchtung anhatte. Sie erzählten auch dass es auf Grund der sehr hohen Hitze nicht möglich war an das total zerstörte und immer noch brennende Flugzeugwrack heranzukommen und den eventuell Verletzten zu helfen.

 An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Teckboten insbesondere bei Frau Holder vom Teckbotenarchiv bedanken. Sie hat es mir ermöglicht alte Zeitungsausschnitte von dem Vorfall einzusehen.

 

Die Sibyllengegenhöhle

Der Herzogbrunnen

Die Burganlage

Drachensaison

Vermutlicher Erbauer der Burg Teck

Geheimnisvolle Spuren am Teckberg

Das englische Königshaus und die Teck

Flugzeugabsturz am Teckberg